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Elvis, geboren 1996, ist ein Fuchswallach von Espri aus einer Mutter von
Garibaldi. Als ich ihn das erste Mal sah, haben mich seine genialen
Bewegungen gleich beeindruckt.
Wer heute sieht, wie Elvis vor allem bei seinen Kürauftritten das Bad in
der Menge und den Applaus genießt, kann sich kaum noch vorstellen, dass
er einmal ein echter Junger Wilder war. Mich hat er jedenfalls als Sechsjähriger
gleich zweimal in den Sand gesetzt. Da ich damals – 2002 – mitten in
den Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft in Jerez steckte und es nicht
riskieren wollte, mich zu verletzen, habe ich ihn zunächst zu Heiner
Schiergen nach Krefeld gestellt. Die beiden kamen schnell gut miteinander
aus, und so schaffte Elvis die Qualifikation fürs Bundeschampionat. Daran
hat er aber nicht teilgenommen, da ich zu dieser Zeit in Jerez war. Nach
einer Turnierpause ging er unter Heiner Schiergen im März 2004 seine
erste S-Dressur, die er gleich mit Abstand gewann.

Bilder
von Elvis
Auch mein erster Turnierstart mit
Elvis wurde auf Anhieb zum Triumph.
Beim CDI Lingen qualifizierten wir uns im Sommer 2004 mit bis dato
einmaligen 75,44% für das Finale des Nürnberger Burg-Pokals, das wir im
Dezember in der Frankfurter Festhalle mit der Rekordnote von 81,17 Prozent
gewannen. Und als Elvis die weihnachtlich geschmückte Festhalle
passagierend verließ, bekam das Publikum schon einmal einen Vorgeschmack
auf das, was dann im Großen Sport folgen sollte.
Klar, dass wir 2005 gern nach Lingen zurückgekehrt sind: Hier gewann
Elvis seinen ersten Grand Prix, bevor er im August erstmals die Luft in
der Soers schnuppern durfte. In der CDI-Tour belegte er Platz drei im
Grand Prix und konnte im Special auftrumpfen, den er mit 73,72% und damit
mit deutlichem Abstand gewann.
2006 war das Jahr, auf das wir seit 2002 hingearbeitet hatten, denn natürlich
wollte ich meine beiden Weltmeistertiel aus Jerez in meiner Heimatstadt
verteidigen. Beim CHIO startete Elvis zum ersten Mal international für
Deutschland. Ihm gelang der Hattrick, alle drei Dressurprüfungen zu
gewinnen. Hier ging Elvis auch zum ersten Mal in seinem Leben eine Kür
– selbstverständlich zu Musik des „King of Rock'n'Roll“. Die
Herzlichkeit des Publikums, die uns für unsere kleine Tanzdarbietung bei
strahlendem Sonnenschein entgegenschlug, war überwältigend – so etwas
gibt es nur in Aachen.

Dann wurde es richtig spannend:
Auf den Sieg im Großen Preis von Aachen folgte bei den Deutschen
Meisterschaften in Münster die lange erhoffte Berufung ins deutsche
WM-Team, das diesmal nicht unbedingt als Favorit gehandelt wurde und
dennoch Gold gewann. Für die deutsche Mannschaft war es die zehnte
WM-Goldmedaille in ununterbrochener Folge; für mich das dritte Teamgold.
Die Teilnahme an dieser WM der Superlative werde ich nie vergessen. Doch
nach dem Championat ist ja bekanntlich vor dem Championat, und das nächste
große Ziel nach der WM in Aachen waren die Olympischen Spiele in China im
August 2008. Auch hier konnte ich mit Elvis für Deutschland starten und
mit der Mannschafts-Goldmedaille mein zweites olympisches Edelmetall
erringen.
Elvis kann sich gewaltig bewegen, er arbeitet und lernt immer gerne, und
er verliert nie die Nerven – vielleicht gibt es das perfekte
Turnierpferd nicht, aber Elvis kommt ihm sehr, sehr nahe.
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